Ressourceneinsparung in der Logistik durch Einsatz von Volumenwaagen

Die Logistikbranche boomt – und leidet in der Folge unter Fachkräftemangel. Alleine die Deutsche Post / DHL, der größte Paketdienstleister in Europa, hat im Jahr 2020 ca. 1,6 Milliarden Pakete befördert. Der sogenannte KEP-Markt (Kurier, Express und Paket) ist in 2020 alleine um 10% gewachsen. Grund: die Corona-Pandemie. Abstandsgebote und Lockdowns haben dazu geführt, dass viele Produkte, die bisher lokal gekauft wurden, neuerdings online bestellt werden. Branchenriese Amazon bietet beispielsweise bereits seit einigen Jahren Lebensmittel-Abos an. Schlecht für den örtlichen Supermarkt, aber willkommener Umsatztreiber für die Paketdienstleister.

Logistikkosten – mehr als nur das Porto

Amazon ist auch führend bei der Anzahl der Pakete pro Jahr: Für 2022 prognostiziert der Online-Riese etwas mehr als eine halbe Milliarde Pakete. Natürlich wird diese Menge an Pakete nicht mehr von Hand verpackt – hochautomatisierte Anlagen konfektionieren den kleinstmöglichen Karton für das bestellte Versandvolumen. Wer schon mal einen einzelnen USB-Stick in einem mittelgroßen Karton erhalten hat, mag an dieser Optimierung aber zu Recht zweifeln.

Als kleiner Online-Handler oder als KMU mit hohem Versandanteil ist so eine Anlage jedoch unerschwinglich. Die Folge: Jedes Paket wird von Hand gepackt, vermessen, gewogen, beim Logistiker beauftragt und etikettiert. Versanddienstleister wie das UPS Franchise Mail Boxes etc., bei dem man als Unternehmen seine Ware unverpackt mit Adressliste anliefern und so den Versand komplett outsourcen kann, bewegt sich im gleichen Zwischenbereich: Noch nicht groß genug für eine automatisierte Versandanlage, aber doch so große Stückzahlen, dass das Handling einen hohen Kostenanteil ausmacht.

Die Lösung: Eine Volumenwaage

Schauen wir uns den manuellen Versandprozess in einem KMU einmal an, zum Beispiel bei einem Industrieunternehmen, das Ersatzteile für Maschinen versendet. Die Größe und das Gewicht der Sendungen wird sehr stark variieren: Bei einem Kunden ist der Servomotor defekt, beim zweiten hat der Touch-Monitor einen Schaden erlitten und muss ersetzt werden. Beim dritten ist es nur der Sicherungsautomat im Schaltschrank, der fast schon in einen Briefumschlag passt.

Meist hat das Unternehmen zwei, maximal drei verschiedene Kartongrößen vorrätig, um den Einsatz von Polstermaterial (welches überraschend kostenintensiv ist) in Grenzen zu halten. Deren Abmessungen sind bekannt – gewogen werden muss das Paket aber trotzdem individuell. Passt ein Versandgut nicht optimal zu einer Kartongröße, wird auch schnell mal ein Karton eines Lieferanten wiederverwendet. Gut für die Umwelt – muss dann aber ausgemessen werden.

Will man keinen Paketschein von Hand ausfüllen, so nutzt man ein Online-Portal des Logistikunternehmens und pflegt das Paket dort ein. Das geschieht oft manuell: Auf dem einen Bildschirm ist die Kundendatenbank (oder man tippt den Lieferschein ab), auf dem anderen das Versandportal. Vertipper beim Ortsnamen oder Zahlendreher bei der Postleitzahl sind vorprogrammiert. Dann die Abmessungen des Paketes: Schnell den Zollstock geschnappt und das Paket ausgemessen. Zurück an dem PC. Das Telefon klingelt, man wird unterbrochen. Mist, war das Paket jetzt 40 oder 50 Zentimeter lang? Nochmal nachmessen. Dann auf die Wage legen, warten, bis die sich ausgependelt hat. Zurück an den PC, Gewicht eingeben.

Betreibt man einen Paketshop, bei dem das Porto bei 4.90 Euro losgeht, hat man diesen gesamten Aufwand auch schnell für einen Euro Deckungsbeitrag, der selbst bei Mindestlohn schnell von der Arbeitszeit wieder aufgezehrt wird.

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Halbautomatische Paketerfassung per Volumenwaage

Eine Volumenwaage vereint mehrere Funktionen in einem Gerät, auch wenn es manuell bedient wird. Das aufgelegte Paket wird nicht nur gewogen – das ermittelte Gewicht wird, beispielsweise über die USB-Schnittstelle, an einen PC weitergegeben. Eine Logistiksoftware vermerkt den Wert für die spätere Paketbuchung. Der Clou ist jedoch: Die Abmessungen des Pakets werden von der Volumenwaage automatisch mittels verschiedener Sensoren in Sekunden ermittelt und ebenfalls an das System weitergegeben.

Der Paketshop-Betreiber kommt natürlich nun nicht darum herum, die vom Kunden händisch aufgeschriebene Adresse einzugeben. Das Industrieunternehmen aus unserem Beispiel hat es da einfacher: Man druckt einfach einen QR-Code auf den Lieferschein, der entweder die Kundennummer enthält (und das Versandprogramm holt sich die Versandadresse einfach aus der Datenbank) oder aber gleich die kompletten Adressdaten beinhaltet). Die Versandsoftware hat somit alle Daten, die sie benötigt, um das Paket beim Logistiker online einzureichen. Dies geschieht meist über eine gut dokumentierte API, mit der man das Buchungssystem an die eigenen Softwaresysteme anbinden kann. Die Versandkosten werden einfach monatlich per Lastschrift eingezogen.

Die Anbindung an die Warenwirtschaft oder das CRM-System kann jedoch noch mehr leisten: Der Kunde kann beispielsweise von der Volumenwaage automatisiert einen Tracking-Link erhalten, mit dem er sein Paket online nachverfolgen kann. Telefonische Nachfragen nach dem Verbleib der Ware, die wiederum betriebsinterne Abläufe stören, entfallen. Die Sendungsnummer, die von der API zurückgegeben wird, kann beim Kunden gespeichert werden, um später einen Abliefernachweis ziehen zu können.

Lagerlogistik Ameise

Ressourceneinsparungen in Zeiten des Fachkräftemangels – durch Volumenwaagen

Kaum eine Branche leidet durch Corona so unter Fachkräftemangel wie die Logistikbranche. In Großbritannien werden, Brexit bedingt, sogar Busfahrer als LKW-Fahrer eingesetzt, damit die Regale voll bleiben. Wenn der einzelne Versandprozess durch den Einsatz von halbautomatischen, eingebundenen Volumenwaagen von 5 Minuten auf 15 Sekunden reduziert werden kann, kann man die Mitarbeiter:innen im Unternehmen für sinnvollere Tätigkeiten einsetzen als für den Einsatz von Zollstöcken in der Versandvorbereitung. Der höhere Deckungsbeitrag wird das Controlling freuen.

Quellen: